Vincent van Gogh – Seine schönsten Bilder
„Ich will Zeichnungen machen, die manche Leute rühren.“ Das schrieb Vincent van Gogh 1882 an seinen Bruder Theo. Er hatte erst mit 27 Jahren beschlossen, Künstler zu werden, und starb nur zehn Jahre später.
In diesem einen Jahrzehnt schuf er rund 860 Gemälde und fast 1300 Zeichnungen und Aquarelle. Zu Lebzeiten kannten ihn nur wenige, heute gehören seine Sonnenblumen, die Sternennacht und das gelbe Café zu den bekanntesten Bildern der Welt. Hier stellen wir seine schönsten Werke vor, vom dunklen Bauernbild bis zu den leuchtenden Feldern seiner letzten Wochen.
- Lebensdaten
- 30. März 1853 (Groot-Zundert) – 29. Juli 1890 (Auvers-sur-Oise)
- Lebensorte
- Niederlande, ab 1886 Paris, ab 1888 Arles und Saint-Rémy in Südfrankreich
- Berühmte Werke
- Die Kartoffelesser, Sonnenblumen, Caféterrasse am Abend, Das Schlafzimmer, Die Sternennacht
- Typisch
- Leuchtende Gegenfarben, dicker Farbauftrag, wirbelnde Pinselstriche, kräftige Umrisse
Inhalt
Woran erkennt man ein Bild von Vincent van Gogh?
Gelb gegen Blau, Rot gegen Grün: Van Gogh setzt Gegenfarben direkt nebeneinander, damit sie sich gegenseitig zum Leuchten bringen. Die Farbe soll nicht abbilden, sondern Stimmung ausdrücken.
Die Farbe liegt oft fingerdick auf der Leinwand, manchmal direkt aus der Tube. Jeder Pinselstrich bleibt sichtbar und gibt dem Bild eine fast plastische Oberfläche.
Himmel, Bäume und Felder bestehen aus kurzen, geschwungenen Strichen. In den späten Bildern geraten sie in Wirbel, als wäre die ganze Natur in Bewegung.
Von den japanischen Farbholzschnitten, die er in Paris sammelte, übernahm er klare Konturen und flächige Farben.
Ein Stuhl, ein Paar Schuhe, ein Schlafzimmer, Bauern beim Essen: Van Gogh malte, was ihn umgab, und machte es bedeutend.
- 1853Geburt in Groot-Zundert in Nordbrabant als ältester Sohn eines Pfarrers.
- 1869Lehre beim Kunsthändler Goupil & Cie, später in dessen Filialen in Den Haag, London und Paris.
- 1879Als Laienprediger lebt er unter den Bergarbeitern in der belgischen Borinage.
- 1880Van Gogh beschließt, Künstler zu werden. Sein Bruder Theo unterstützt ihn von nun an bis zu seinem Tod mit Geld.
- 1885In Nuenen entsteht sein erstes großes Gemälde, „Die Kartoffelesser“.
- 1886Umzug zu Theo nach Paris. Er lernt die Impressionisten kennen, seine Farben werden hell.
- 1888Im Februar zieht er nach Arles. Es entstehen die Sonnenblumen, das gelbe Haus und die Caféterrasse. Im Dezember endet der gemeinsame Aufenthalt mit Paul Gauguin im Streit; van Gogh schneidet sich das linke Ohr ab.
- 1889Freiwillige Aufnahme in die Heilanstalt Saint-Paul-de-Mausole in Saint-Rémy. Hier malt er die Sternennacht.
- 1890Er zieht nach Auvers-sur-Oise bei Paris. Am 27. Juli schießt er sich in die Brust, zwei Tage später stirbt er.
- 1914Theos Witwe Johanna van Gogh-Bonger veröffentlicht die Briefe der Brüder. Mit Ausstellungen und Verkäufen hatte sie van Gogh schon vorher bekannt gemacht.
- 1973Das Van Gogh Museum in Amsterdam wird eröffnet.
Die schönsten Bilder von Vincent van Gogh

Vincent van Gogh: Die Kartoffelesser
- 1885
- Öl auf Leinwand
- 82 x 114 cm
- Van Gogh Museum, Amsterdam
Fünf Bauern sitzen im Schein einer Petroleumlampe um eine Schüssel Kartoffeln. Die Farben sind braun und grün wie die Erde, die Gesichter knochig und grob. Van Gogh wollte zeigen, dass diese Menschen „mit denselben Händen, mit denen sie die Kartoffeln aus der Schüssel nehmen, die Erde umgegraben haben“. Er hielt das Bild für sein erstes wirkliches Meisterwerk, Freunde kritisierten die ungeschickte Anatomie. Von den späteren leuchtenden Farben ist hier noch nichts zu sehen, wohl aber sein Mitgefühl mit den einfachen Leuten.

Vincent van Gogh: Selbstbildnis
- 1887
- Öl auf Malpappe
- 41 x 32,5 cm
- Art Institute of Chicago
In Paris malte van Gogh mehr als 20 Selbstporträts, auch weil er kein Geld für Modelle hatte. Dieses entstand 1887, nachdem er die Pointillisten um Georges Seurat und Paul Signac kennengelernt hatte. Das Gesicht besteht aus kleinen, rhythmischen Strichen in Orange, Grün und Blau, der Hintergrund flimmert. Die dunklen Töne aus Holland sind verschwunden, der Blick ist ernst und prüfend. Hier ist schon zu sehen, wohin sich van Goghs Malerei entwickeln wird.

Vincent van Gogh: Sonnenblumen
- 1888
- Öl auf Leinwand
- 92,1 x 73 cm
- National Gallery, London
Gelb auf Gelb: Fünfzehn Sonnenblumen stehen in einer gelben Vase vor einer gelben Wand, manche in voller Blüte, andere schon welk. Van Gogh malte die Serie im August 1888 in Arles, um das Zimmer zu schmücken, in dem sein Freund Paul Gauguin wohnen sollte. Für ihn stand die Sonnenblume für Dankbarkeit und für das Licht des Südens. Er wiederholte das Motiv mehrfach. Eine Fassung wurde 1987 für fast 40 Millionen Dollar versteigert, damals ein Weltrekord.

Vincent van Gogh: Caféterrasse am Abend
- 1888
- Öl auf Leinwand
- 80,7 x 65,3 cm
- Kröller-Müller Museum, Otterlo
Ein Café in Arles, beleuchtet von einer großen Gaslaterne, darüber ein tiefblauer Sternenhimmel. Es ist das erste Bild, in dem van Gogh einen Sternenhimmel malt, und er malte es direkt vor Ort in der Nacht. An seine Schwester schrieb er, er habe hier „ein Nachtbild ohne Schwarz“ gemalt, nur mit Blau, Violett und Grün. Das warme Gelb der Terrasse und das kühle Blau der Nacht machen das Bild zu einem der beliebtesten Motive auf Postern und Kalendern. Das Café gibt es heute noch.

Vincent van Gogh: Das Schlafzimmer
- 1888
- Öl auf Leinwand
- 72 x 90 cm
- Van Gogh Museum, Amsterdam
Ein schmales Bett, zwei Stühle, ein Tisch, Bilder an der Wand: Van Gogh malte sein eigenes Schlafzimmer im gelben Haus in Arles. Das Bild sollte „völlige Ruhe“ ausdrücken, schrieb er an Gauguin, deshalb die einfachen Formen und flachen Farben wie auf einem japanischen Holzschnitt. Der Raum wirkt trotzdem eigenartig verzogen, der Boden kippt nach vorne. Van Gogh liebte das Motiv so sehr, dass er es später noch zweimal malte.

Vincent van Gogh: Die Sternennacht
- 1889
- Öl auf Leinwand
- 73,7 x 92,1 cm
- Museum of Modern Art, New York
Über einem stillen Dorf wirbelt der Nachthimmel: Sterne in leuchtenden Kreisen, ein Mond wie eine Sonne, dazwischen große Spiralen. Links ragt eine dunkle Zypresse wie eine Flamme in den Himmel. Van Gogh malte das Bild im Juni 1889 in der Heilanstalt von Saint-Rémy, nach dem Blick aus seinem Fenster, aber aus dem Gedächtnis. Das Dorf und die Kirche hat er hinzugefügt. Er selbst war mit dem Bild nicht zufrieden. Heute ist die Sternennacht vielleicht das bekannteste Gemälde der Moderne.

Die „Sternennacht“, die „Sonnenblumen“ und das „Weizenfeld mit Zypressen“ gibt es bei uns auf Hoodies, T-Shirts, Caps und Stoffbeuteln – mit kostenlosem Versand innerhalb der EU und 30 Tagen Rückgaberecht.
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Vincent van Gogh: Weizenfeld mit Zypressen
- 1889
- Öl auf Leinwand
- 72,1 x 90,9 cm
- National Gallery, London
Ein goldenes Weizenfeld, dahinter Olivenbäume, blaue Hügel und ein Himmel voller weißer Wolkenwirbel. Rechts steht eine hohe, dunkle Zypresse. Van Gogh fand, die Zypressen seien „schön wie ein ägyptischer Obelisk“, und malte sie in Saint-Rémy immer wieder. Er hielt dieses Motiv für eines seiner besten Sommerbilder und schuf drei Fassungen davon. Diese hier entstand im September 1889 im Atelier der Heilanstalt.

Vincent van Gogh: Mandelblüte
- 1890
- Öl auf Leinwand
- 73,3 x 92,4 cm
- Van Gogh Museum, Amsterdam
Weiße Blüten an knorrigen Zweigen vor einem hellblauen Himmel: Van Gogh malte das Bild im Februar 1890 als Geschenk für seinen neugeborenen Neffen, Theos Sohn, der nach ihm Vincent Willem genannt wurde. Mandelbäume blühen schon im Februar und stehen für neues Leben. Der Ausschnitt und die klaren Umrisse erinnern an japanische Holzschnitte. Theo und Johanna hängten es über das Klavier in ihrem Wohnzimmer. Der kleine Vincent Willem gründete später die Stiftung, aus der das Van Gogh Museum hervorging.

Vincent van Gogh: Weizenfeld mit Raben
- 1890
- Öl auf Leinwand
- 50,5 x 103 cm
- Van Gogh Museum, Amsterdam
Ein gelbes Weizenfeld unter einem dunklen, stürmischen Himmel, drei Wege führen ins Nichts, schwarze Raben fliegen auf. Lange galt das Bild als van Goghs letztes Werk und als Vorahnung seines Todes. Tatsächlich entstand es einige Wochen vorher in Auvers-sur-Oise. Van Gogh selbst schrieb über diese Felder, er habe „Traurigkeit und äußerste Einsamkeit“ ausdrücken wollen, aber auch das Gesunde und Stärkende des Landlebens.
Wo hängen van Goghs Bilder?
Die größte Sammlung der Welt besitzt das Van Gogh Museum in Amsterdam mit über 200 Gemälden, darunter die Kartoffelesser, das Schlafzimmer und die Mandelblüte. Die zweitgrößte hat das Kröller-Müller Museum in Otterlo mit der Caféterrasse. Einzelne Hauptwerke hängen im Museum of Modern Art in New York (Sternennacht), in der National Gallery in London (Sonnenblumen) und im Musée d’Orsay in Paris. In Deutschland besitzen die Münchner Pinakotheken eine Fassung der Sonnenblumen.
Fazit: Der Maler, der zu früh kam
Van Gogh verkaufte zu Lebzeiten kaum ein Bild. Heute erzielen seine Werke Rekordpreise, und Millionen Menschen besuchen jedes Jahr seine Ausstellungen. Seine leuchtenden Farben und sein Mut, Gefühle direkt auf die Leinwand zu bringen, haben die Maler des Expressionismus geprägt. Wie sehr ihn die japanische Kunst begeisterte, zeigt unser Beitrag zum japanischen Holzschnitt. Seine Zeitgenossen in Paris stellen wir im Beitrag zum Impressionismus vor.

















