Claude Monet – Seine schönsten Bilder
Ein Bild vom Hafen im Morgendunst, schnell hingemalt und „Impression“ genannt: Damit gab Claude Monet einer ganzen Kunstrichtung ihren Namen. Kein Maler hat das Licht so geduldig beobachtet wie er.
Monet malte über sechzig Jahre lang, rund 2000 Gemälde sind von ihm bekannt. Er malte Mohnfelder und Bahnhöfe, dieselben Heuhaufen und dieselbe Kathedrale zu jeder Tageszeit und in seinen letzten drei Jahrzehnten fast nur noch seinen Seerosenteich in Giverny. Hier stellen wir seine schönsten und berühmtesten Bilder vor.
- Lebensdaten
- 14. November 1840 (Paris) – 5. Dezember 1926 (Giverny)
- Lebensorte
- Kindheit in Le Havre, Paris, Argenteuil, ab 1883 Giverny in der Normandie
- Berühmte Werke
- Impression, Sonnenaufgang, Frau mit Sonnenschirm, Der Bahnhof Saint-Lazare, Getreideschober, Seerosen
- Typisch
- Malen im Freien, flirrendes Licht, kurze Pinselstriche, Bildserien zu verschiedenen Tageszeiten
Inhalt
Woran erkennt man ein Bild von Claude Monet?
Monet stellte seine Staffelei draußen auf, am Fluss, im Feld, im Garten. Er wollte festhalten, wie etwas in genau diesem Moment aussieht.
Klare Linien gibt es kaum. Formen entstehen aus vielen kleinen Farbtupfern, die sich erst im Auge des Betrachters zusammensetzen.
Schatten sind bei Monet nie schwarz, sondern blau, violett oder grün. Selbst Schnee und Nebel bestehen aus vielen Farben.
Heuhaufen, Pappeln, Kathedrale, Seerosen: Monet malte dasselbe Motiv viele Male, um zu zeigen, wie Licht und Wetter es verändern.
Ob Hafen, Seine oder Gartenteich: Kaum ein Motiv kehrt so oft wieder wie Wasser mit seinen Spiegelungen.
- 1840Geburt in Paris. Die Familie zieht bald nach Le Havre an der Kanalküste.
- Um 1857Der Landschaftsmaler Eugène Boudin nimmt den jungen Karikaturisten mit zum Malen ins Freie.
- 1862Im Pariser Atelier von Charles Gleyre lernt er Renoir, Sisley und Bazille kennen.
- 1870Heirat mit Camille Doncieux. Vor dem Deutsch-Französischen Krieg flieht die Familie nach London, wo Monet die Bilder von Turner sieht.
- 1871Umzug nach Argenteuil an der Seine, das für sieben Jahre zum Zentrum des Impressionismus wird.
- 1874Erste Ausstellung der Gruppe im ehemaligen Atelier des Fotografen Nadar. Ein Kritiker verspottet die Maler nach Monets Bild als „Impressionisten“.
- 1879Camille stirbt mit 32 Jahren.
- 1883Monet zieht nach Giverny in der Normandie. 1892 heiratet er Alice Hoschedé.
- 1891Die Ausstellung seiner Getreideschober wird ein großer Erfolg. Monet ist nun ein wohlhabender Mann.
- 1893Er kauft ein Grundstück neben seinem Garten und legt den Seerosenteich mit der japanischen Brücke an.
- 1912Ein Augenarzt stellt bei ihm den grauen Star fest, 1923 wird er operiert.
- 1926Monet stirbt in Giverny. Ein Jahr später werden seine großen Seerosenbilder im Musée de l’Orangerie in Paris eröffnet.
- 2019Ein Getreideschober-Bild wird für 110,7 Millionen Dollar versteigert, damals ein Rekord für den Impressionismus.
Die schönsten Bilder von Claude Monet

Claude Monet: Impression, Sonnenaufgang
- 1872
- Öl auf Leinwand
- 48 x 63 cm
- Musée Marmottan Monet, Paris
Der Hafen von Le Havre am frühen Morgen: Kräne und Schiffe verschwimmen im blaugrauen Dunst, darüber steht eine kleine orangefarbene Sonne, deren Spiegelbild auf dem Wasser glitzert. Im Vordergrund ein paar dunkle Ruderboote, mit wenigen Strichen hingesetzt. Als Monet das Bild 1874 ausstellte, fragte man ihn nach einem Titel, und er sagte: „Schreiben Sie ‚Impression‘.“ Der Kritiker Louis Leroy machte sich darüber lustig und nannte die ganze Gruppe „Impressionisten“. Aus dem Spottnamen wurde der Name einer Epoche.

Claude Monet: Mohnfeld bei Argenteuil
- 1873
- Öl auf Leinwand
- 50 x 65,3 cm
- Musée d’Orsay, Paris
Ein Sommertag auf dem Land: Rote Mohnblumen leuchten in einer grünen Wiese, darüber ein heller Himmel mit Wolken. Eine Frau mit Sonnenschirm und ein Kind gehen den Hang hinunter, oben auf dem Hügel sieht man noch einmal ein ähnliches Paar. Es sind wohl beide Male Monets Frau Camille und ihr Sohn Jean. Die Mohnblüten sind nur rote Farbtupfer, und doch erkennt jeder sofort, was gemeint ist. Das Bild hing ebenfalls in der ersten Impressionisten-Ausstellung von 1874.

Claude Monet: Frau mit Sonnenschirm – Madame Monet und ihr Sohn
- 1875
- Öl auf Leinwand
- 100 x 81 cm
- National Gallery of Art, Washington
Camille steht auf einer Anhöhe, wir sehen sie von unten gegen einen hellen Sommerhimmel. Der Wind bauscht ihren weißen Schleier und ihr Kleid, der grüne Sonnenschirm wirft einen farbigen Schatten auf ihr Gesicht. Weiter hinten steht der kleine Jean. Das Bild wirkt wie ein Schnappschuss, und genau so ist es gemeint: Monet malte es wohl in wenigen Stunden im Freien. Elf Jahre später, nach Camilles Tod, griff er das Motiv mit einer anderen Frau noch einmal auf.

Claude Monet: Der Bahnhof Saint-Lazare
- 1877
- Öl auf Leinwand
- 75 x 104 cm
- Musée d’Orsay, Paris
Eine Dampflok fährt in die große Bahnhofshalle ein, Rauch und Dampf steigen unter das gläserne Dach und verwandeln das Licht in blaue und weiße Wolken. Für viele Zeitgenossen war ein Bahnhof kein Thema für die Kunst. Monet sah darin ein Schauspiel aus Licht und Bewegung. Er bekam die Erlaubnis, in der Halle zu malen, und schuf eine ganze Serie von zwölf Bildern. Mehrere davon zeigte er 1877 auf der dritten Ausstellung der Impressionisten.

Claude Monet: Getreideschober (Ende des Sommers)
- 1890/91
- Öl auf Leinwand
- 60 x 100 cm
- Art Institute of Chicago
Zwei Getreideschober auf einem Feld bei Giverny, im warmen Licht eines Spätsommertages. Ein einfacheres Motiv gibt es kaum, und gerade darum ging es: Monet malte dieselben Schober über ein halbes Jahr hinweg, im Morgennebel, in der Mittagssonne, im Schnee und bei Sonnenuntergang. Oft arbeitete er an mehreren Leinwänden gleichzeitig und wechselte sie, sobald sich das Licht änderte. Als er 1891 fünfzehn dieser Bilder ausstellte, wurden sie ein großer Erfolg bei Kritik und Sammlern.

Claude Monet: Die Kathedrale von Rouen, Westfassade im Sonnenlicht
- 1894
- Öl auf Leinwand
- 100 x 66 cm
- National Gallery of Art, Washington
Die gotische Fassade der Kathedrale füllt fast das ganze Bild, doch Steine und Figuren lösen sich im hellen Sonnenlicht beinahe auf. Monet mietete Zimmer gegenüber der Kirche und malte die Fassade mehr als dreißig Mal, von früh bis spät, in Grau, Rosa, Gold und Blau. Die Farbe trug er so dick auf, dass die Oberfläche selbst wie verwitterter Stein wirkt. Zwanzig Bilder der Serie zeigte er 1895 in Paris.

Claude Monet: Die japanische Brücke
- 1899
- Öl auf Leinwand
- 81 x 102 cm
- National Gallery of Art, Washington
Eine grün gestrichene Holzbrücke spannt sich über den Seerosenteich, umgeben von Weiden, Schilf und Bambus. Monet hatte den Teich in Giverny selbst angelegt, die Brücke nach dem Vorbild japanischer Holzschnitte, von denen er über 200 besaß. Im Sommer 1899 malte er sie in einer ganzen Reihe von Ansichten. Das Wasser mit den schwimmenden Blättern nimmt fast das ganze Bild ein, ein Himmel ist nicht zu sehen. Hier beginnt Monets großes Spätwerk.

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Claude Monet: Seerosen
- 1906
- Öl auf Leinwand
- 89,9 x 94,1 cm
- Art Institute of Chicago
Kein Ufer, kein Horizont, kein Himmel, nur Wasser: Seerosenblätter treiben auf der Oberfläche, dazwischen spiegeln sich Wolken. Bis zu seinem Tod malte Monet seinen Teich rund 250 Mal. Er rückte immer näher heran, bis die Bilder fast abstrakt wurden. Am Ende standen riesige Wandbilder, die er nach dem Ersten Weltkrieg dem französischen Staat schenkte. Sie hängen heute in zwei ovalen Sälen im Musée de l’Orangerie in Paris.
Wo hängen Monets Bilder?
Die größte Sammlung besitzt das Musée Marmottan Monet in Paris, wo auch „Impression, Sonnenaufgang“ hängt. Das Musée d’Orsay zeigt Hauptwerke wie das Mohnfeld und den Bahnhof Saint-Lazare, das Musée de l’Orangerie die großen Seerosen. In Giverny kann man von Frühjahr bis Herbst Monets Haus und Garten mit Teich und japanischer Brücke besuchen. In Deutschland hat das Museum Barberini in Potsdam eine der größten Monet-Sammlungen außerhalb Frankreichs.
Fazit: Der Maler des Lichts
Monet hat nicht Dinge gemalt, sondern den Augenblick, in dem wir sie sehen. Mit seinen Serien und den fast abstrakten Seerosen wies er weit über den Impressionismus hinaus. Mehr über seine Mitstreiter Renoir, Degas, Morisot und Pissarro erfährst du in unserem Beitrag zum Impressionismus. Wie sehr ihn die Kunst Japans geprägt hat, zeigt unser Beitrag zum japanischen Holzschnitt.

















