Katsushika Hokusai – Seine schönsten Bilder
„Mit 73 Jahren begann ich, die wahre Gestalt von Tieren, Insekten und Fischen zu verstehen. Mit 110 wird jeder Punkt und jeder Strich lebendig sein.“ Das schrieb Katsushika Hokusai, als er schon über siebzig war und gerade seine berühmtesten Bilder geschaffen hatte.
Hokusai zeichnete und malte über 80 Jahre lang, er hinterließ Zehntausende Werke: Farbholzschnitte, Bücher, Malereien auf Seide und Papier. Seine „Große Welle“ ist das bekannteste Kunstwerk Japans. Hier stellen wir seine schönsten Werke vor, vom heiligen Berg Fuji bis zu den Wasserfällen und Blumen.
- Lebensdaten
- 1760 (Edo, heute Tokio) – 10. Mai 1849 (Edo)
- Lebensorte
- Edo, das heutige Tokio; Reisen durch ganz Japan
- Berühmte Werke
- Die große Welle vor Kanagawa, Roter Fuji, Gewitter unterhalb des Gipfels, Wasserfall-Serie, Hokusai Manga
- Typisch
- Kühne Bildausschnitte, Berliner Blau, Natur in Bewegung, der Berg Fuji als Leitmotiv
Inhalt
Woran erkennt man ein Bild von Hokusai?
Wellen, die nach Booten greifen, Wasserfälle wie Haarsträhnen, Wind, der Papiere davonweht: Bei Hokusai ist die Natur voller Kraft.
Große Dinge im Vordergrund, kleine in der Ferne, Motive, die vom Bildrand angeschnitten werden. So etwas kannte die europäische Malerei damals nicht.
Für seine Fuji-Serie nutzte Hokusai ein neues, aus Europa eingeführtes Blau. Es leuchtet kräftig und verblasst kaum.
Der heilige Berg taucht immer wieder auf, mal riesig, mal winzig im Hintergrund, aber immer als ruhender Pol.
Fischer, Pilger, Handwerker und Reisende bevölkern seine Bilder. Hokusai zeigt sie bei der Arbeit, oft mit einem Augenzwinkern.
- 1760Geburt im Bezirk Katsushika in Edo, dem heutigen Tokio.
- 1778Lehre bei dem Holzschnitt-Meister Katsukawa Shunshō. Hokusai benutzt im Laufe seines Lebens mehr als 30 Künstlernamen.
- 1814Der erste Band der „Hokusai Manga“ erscheint, Skizzenbücher voller Menschen, Tiere und Fabelwesen.
- 1817In Nagoya malt er vor Publikum einen riesigen Daruma auf einer Fläche von rund 120 Tatami-Matten.
- um 1830Die Serie „36 Ansichten des Berges Fuji“ mit der Großen Welle beginnt zu erscheinen. Hokusai ist da bereits rund 70 Jahre alt.
- um 1833Es folgen die Serien über Wasserfälle, Brücken und Blumen.
- 1834Die Bücher „100 Ansichten des Berges Fuji“ erscheinen. Er nennt sich nun „Der alte Mann, verrückt nach Malerei“.
- 1849Hokusai stirbt mit 88 Jahren in Edo. Er soll gesagt haben, mit fünf Jahren mehr wäre er ein wahrer Maler geworden.
- 1867Auf der Pariser Weltausstellung lernt Europa die japanische Kunst kennen. Der Japonismus beeinflusst Monet, van Gogh und viele andere.
Die schönsten Bilder von Hokusai

Katsushika Hokusai: Die große Welle vor Kanagawa
- um 1831
- Farbholzschnitt
- ca. 26 x 38 cm
- u. a. Metropolitan Museum of Art, New York
Eine gewaltige Welle türmt sich auf, ihre Gischt greift wie Krallen nach drei Booten mit Ruderern. Ganz klein in der Mitte, fast wie eine weitere Welle, liegt der schneebedeckte Fuji. Das Blatt gehört zur Serie „36 Ansichten des Berges Fuji“ und wurde in großer Auflage gedruckt, als preiswerter Druck für die Bürger von Edo. Heute besitzen Museen auf der ganzen Welt Abzüge. Debussy ließ das Motiv auf den Umschlag seiner Komposition „La Mer“ drucken.

Katsushika Hokusai: Roter Fuji (Feiner Wind, klarer Morgen)
- um 1831
- Farbholzschnitt
- ca. 26 x 38 cm
Der Berg Fuji leuchtet im Morgenlicht rotbraun, darüber ziehen kleine weiße Wolken durch einen tiefblauen Himmel. Sonst ist nichts zu sehen, keine Menschen, keine Häuser. Das Blatt aus derselben Serie wie die Große Welle besteht fast nur aus drei Farbflächen und wirkt gerade deshalb so stark. Der rote Fuji ist ein Moment, der nur selten zu sehen ist, an klaren Spätsommer- und Herbstmorgen.

Katsushika Hokusai: Gewitter unterhalb des Gipfels
- um 1831
- Farbholzschnitt
- ca. 26 x 38 cm
- Metropolitan Museum of Art, New York
Der Gegenentwurf zum roten Fuji: Der Gipfel ragt friedlich in den Himmel, während unten an seinen Hängen ein Gewitter tobt. Ein roter Blitz zuckt durch die Dunkelheit. Hokusai zeigt den Berg hier als etwas, das über allem steht. Unten mag die Welt untergehen, oben herrscht Ruhe. Das Blatt zeigt, wie viel er mit wenigen Formen und Farben erzählen konnte.

Katsushika Hokusai: Kajikazawa in der Provinz Kai
- um 1831
- Farbholzschnitt
- ca. 26 x 38 cm
- Metropolitan Museum of Art, New York
Ein Fischer steht auf einem Felsvorsprung über einem tosenden Fluss und hält seine Leinen ins Wasser, neben ihm ein Junge mit einem Korb. Die Linien der Angelschnüre bilden zusammen mit dem Felsen ein Dreieck, das den Umriss des Fuji im Nebel dahinter wiederholt. Die ersten Drucke dieses Blattes waren fast nur in verschiedenen Blautönen gehalten. Hokusai liebte solche versteckten Formspiele.

Katsushika Hokusai: Der Yōrō-Wasserfall in der Provinz Mino
- um 1832
- Farbholzschnitt
- ca. 37 x 25 cm
- u. a. Metropolitan Museum of Art, New York
Ein Wasserfall stürzt senkrecht in die Tiefe, fast wie ein Vorhang aus blauen und weißen Strähnen. Unten rasten Reisende und schauen hinauf. Der Wasserfall ist mit einer Legende verbunden: Ein armer Sohn soll hier Wasser geschöpft haben, das sich in Reiswein verwandelte, damit er seinen alten Vater versorgen konnte. Das Blatt gehört zur Serie „Reise zu den Wasserfällen der Provinzen“, die Hokusai um 1832 schuf.

Katsushika Hokusai: Der Kirifuri-Wasserfall am Berg Kurokami
- um 1832
- Farbholzschnitt
- ca. 37 x 25 cm
- Metropolitan Museum of Art, New York
Aus derselben Wasserfall-Serie: Das Wasser fällt in vielen Armen über den Felsen, als würde es sich in einzelne Finger aufteilen. Am Fuß des Hangs stehen winzige Pilger und blicken staunend nach oben. Hokusai übertreibt die Formen bewusst, um zu zeigen, wie gewaltig und lebendig das Wasser wirkt. Der Wasserfall liegt bei Nikkō nördlich von Tokio und ist bis heute ein Ausflugsziel.

„Die große Welle“, den „Yōrō-Wasserfall“ und „Kuckuck und Azaleen“ gibt es bei uns auf Hoodies, T-Shirts, Caps und Stoffbeuteln – mit kostenlosem Versand innerhalb der EU und 30 Tagen Rückgaberecht.
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Katsushika Hokusai: Kuckuck und Azaleen
- um 1834
- Farbholzschnitt
- ca. 25 x 18 cm
- u. a. Metropolitan Museum of Art, New York
Ein Kuckuck fliegt mit ausgebreiteten Flügeln über einen Strauch voller roter Azaleen, darüber steht ein Gedicht. Das Blatt gehört zu einer kleinen Serie von Blumen- und Vogelbildern. Hier zeigt sich Hokusai von seiner zarten Seite: klare Umrisse, leuchtende Farben, viel freier Raum. In Japan gilt der Ruf des Kuckucks als Zeichen für den Frühsommer, wenn die Azaleen blühen.

Katsushika Hokusai: Hokusai Manga (Seite)
- ab 1814
- Holzschnitt-Buch
- ca. 23 x 16 cm
- u. a. British Museum, London
Reisende mit Hüten und Schirmen, Pferde, Lastträger: Die „Hokusai Manga“ sind Skizzenbücher mit Tausenden kleiner Zeichnungen von Menschen, Tieren, Pflanzen, Geistern und Alltagsszenen. „Manga“ bedeutet so viel wie „zwanglose Skizzen“. Die Bände dienten Künstlern als Vorlagenbuch und wurden zu Bestsellern. Bis 1878 erschienen 15 Bände. In Europa wurden sie zu einer wichtigen Quelle des Japonismus.
Wo kann man Hokusai sehen?
Da Holzschnitte in Auflagen gedruckt wurden, besitzen viele Museen Abzüge, doch sie sind lichtempfindlich und werden nur selten ausgestellt. Eigene Museen hat Hokusai in Tokio, das Sumida Hokusai Museum, und in Obuse, das Hokusai-kan. Große Sammlungen besitzen das British Museum in London, das Metropolitan Museum in New York und das Museum of Fine Arts in Boston. In Deutschland lohnen das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg und das Museum für Asiatische Kunst in Berlin.
Fazit: Der alte Mann, verrückt nach Malerei
Hokusai war bis ins hohe Alter neugierig und unzufrieden mit sich selbst, und genau das trieb ihn zu immer neuen Bildern an. Seine Wellen, Berge und Wasserfälle haben nicht nur Japan geprägt, sondern auch Monet, van Gogh und den Jugendstil. Mehr über Hiroshige, Utamaro und die Kunst des Farbholzschnitts erfährst du in unserem Beitrag zum japanischen Holzschnitt.

















