Berühmte Gemälde bekannter Künstler: Der Impressionismus
Der Impressionismus ist die Kunstrichtung, mit der die moderne Malerei beginnt. Junge Malerinnen und Maler verlassen in Frankreich das Atelier, stellen ihre Staffeleien unter freien Himmel und versuchen, einen einzigen flüchtigen Augenblick festzuhalten: das Flimmern des Lichts auf dem Wasser, Nebel über einem Hafen, Sonnenflecken auf einem Tanzboden.
Ihren Namen verdankt die Bewegung einem Spott. Als 1874 in Paris die erste gemeinsame Ausstellung der Gruppe eröffnet, nennt der Kritiker Louis Leroy die Künstler abfällig „Impressionisten“ – nach dem Titel eines Bildes von Claude Monet. Die Gruppe übernimmt das Schimpfwort und macht es zum Markenzeichen.
- Zeitraum
- ca. 1860–1890
- Ursprung
- Frankreich, vor allem Paris
- Wichtige Künstler
- Monet, Renoir, Degas, Morisot, Pissarro, Sisley, Caillebotte
- Typisch
- Licht, Farbe, der flüchtige Augenblick, Malen im Freien
Inhaltsverzeichnis
Woran erkennt man ein impressionistisches Gemälde?
Nicht der genaue Umriss zählt, sondern wie das Licht in diesem Moment auf die Dinge fällt.
Kurze, nebeneinander gesetzte Farbtupfer, die sich erst aus der Entfernung zu einem Bild verbinden.
Schatten werden nicht schwarz gemalt, sondern blau, violett oder grün – die Palette wird hell und rein.
Farben aus der Tube machen es möglich, direkt in der Natur zu arbeiten – „en plein air“.
Statt Göttern und Schlachten: Gärten, Bahnhöfe, Cafés, Boulevards und Ausflüge am Wochenende.
- 1863Im „Salon des Refusés“ zeigen abgelehnte Künstler wie Édouard Manet ihre Bilder – ein Vorbote der neuen Malerei.
- 1872Claude Monet malt „Impression, Sonnenaufgang“ im Hafen von Le Havre.
- 1874Erste Gruppenausstellung im ehemaligen Atelier des Fotografen Nadar in Paris – der Begriff „Impressionisten“ entsteht.
- 1876Pierre-Auguste Renoir malt den „Tanz im Moulin de la Galette“.
- 1886Achte und letzte Gruppenausstellung. Im selben Jahr kommt Vincent van Gogh nach Paris.
- 1899Monet malt die japanische Brücke in seinem Garten in Giverny.
- 1926Claude Monet stirbt in Giverny.
Berühmte Gemälde bekannter Künstler des Impressionismus

Claude Monet: Impression, Sonnenaufgang
- 1872
- Öl auf Leinwand
- 48 x 63 cm
- Musée Marmottan Monet, Paris
Das Bild, das einer ganzen Epoche ihren Namen gab: der Hafen von Le Havre im Morgendunst, ein paar dunkle Boote, darüber eine leuchtend orangefarbene Sonne, die sich im Wasser spiegelt. Monet malt nicht den Hafen, sondern den Eindruck – die „Impression“ – eines kurzen Augenblicks. Für die Kritiker von 1874 war das unfertig und skizzenhaft. Heute gilt es als eines der wichtigsten Gemälde der Kunstgeschichte.

Claude Monet: Die japanische Brücke
- 1899
- Öl auf Leinwand
- 81 x 102 cm
- National Gallery of Art, Washington
In seinem Garten in Giverny ließ Monet einen Seerosenteich anlegen und eine grüne Holzbrücke im japanischen Stil darüber bauen. Dieses Motiv hat er immer wieder gemalt, zu jeder Tages- und Jahreszeit. Das Bild zeigt, worum es dem späten Monet geht: Wasser, Spiegelungen und Farbe lösen sich fast vollständig in Licht auf – ein direkter Weg zu seinen großen Seerosen-Bildern.

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Pierre-Auguste Renoir: Tanz im Moulin de la Galette
- 1876
- Öl auf Leinwand
- 131 x 175 cm
- Musée d'Orsay, Paris
Ein Sonntagnachmittag im Pariser Künstlerviertel Montmartre: Unter Bäumen wird getanzt, gelacht und geflirtet. Renoir lässt Sonnenflecken durch die Blätter auf Kleider, Strohhüte und Gesichter fallen und fängt damit die ganze Leichtigkeit eines Sommertags ein. Viele der Dargestellten waren Freunde des Malers.

Edgar Degas: Die Tanzklasse
- 1873–1876
- Öl auf Leinwand
- 85 x 75 cm
- Musée d'Orsay, Paris
Kein Malen im Freien, sondern ein Blick hinter die Kulissen der Pariser Oper: Junge Ballerinen warten, dehnen sich, kratzen sich am Rücken, während der alte Ballettmeister mit seinem Stock den Takt angibt. Degas interessiert nicht der glanzvolle Auftritt, sondern der ungestellte Moment dazwischen – fast wie ein Schnappschuss.

Berthe Morisot: Die Wiege
- 1872
- Öl auf Leinwand
- 56 x 46 cm
- Musée d'Orsay, Paris
Berthe Morisot stellte 1874 als einzige Frau in der ersten Impressionisten-Ausstellung aus – und zeigte dort dieses Bild. Ihre Schwester Edma betrachtet ihr schlafendes Kind hinter einem durchscheinenden Schleier. Zarte Weiß- und Blautöne, ein stiller, intimer Moment: Morisot zeigt die Welt, zu der Malerinnen ihrer Zeit Zugang hatten, und macht daraus große Kunst.

Gustave Caillebotte: Straße in Paris, Regenwetter
- 1877
- Öl auf Leinwand
- 212 x 276 cm
- Art Institute of Chicago
Glänzendes Kopfsteinpflaster, Regenschirme, elegante Spaziergänger: Caillebotte zeigt das neue, von Baron Haussmann umgebaute Paris mit seinen breiten Boulevards. Das riesige Gemälde wirkt fast fotografisch und ist doch ganz Impressionismus – ein Augenblick im grauen Licht eines Regentags.
Nach dem Impressionismus: Vincent van Gogh
1886 findet die letzte gemeinsame Ausstellung der Impressionisten statt. Im selben Jahr kommt ein junger Niederländer nach Paris, lernt die neue, helle Malerei kennen – und treibt sie weiter, als es die Impressionisten je gewagt hätten: Vincent van Gogh. Bei ihm geht es nicht mehr nur um Licht, sondern um Gefühl. Seine Pinselstriche werden wilder, die Farben kräftiger, der Himmel der „Sternennacht“ beginnt zu kreisen. Kunsthistoriker sprechen deshalb vom Post-Impressionismus.

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Der Impressionismus hat die Malerei befreit: von festen Regeln, dunklen Ateliers und großen Heldengeschichten. Ein Sonnenaufgang im Nebel, ein Tanznachmittag oder ein Regentag in der Stadt waren plötzlich bildwürdig. Ohne Monet, Renoir, Degas, Morisot und Caillebotte wären van Gogh, die Expressionisten und letztlich die ganze moderne Kunst kaum denkbar. Und genau deshalb hängen ihre Bilder heute in den größten Museen der Welt – und auf unzähligen Postern, Tassen und T-Shirts.










